Das Thema hatte ich ja neulich schon mal angesprochen.

Gerade in der deutschen Hobbyszene scheint es in Mode zu kommen, Menschen ohne Einwilligung zu fotografieren und zu veröffentlichen. Dass man dabei nicht gerade die besten Bilder produziert, dürfte klar sein. Die eindrucksvollsten Werke haben stets die Künstler geschaffen, die sich intensiv mit ihrem Sujet auseinandersetzen und eine gewisse Sympathie dafür empfinden.

Das ungefragte „Abdrücken“, nur um „sein“ Bild zu machen, steht dazu im krassen Widerspruch.

Mark Wallace von Adorama erklärt in diesem Video seine Art der Street Photography, die er durch James Nachtwey inspiriert sieht. Genau wie Nachtwey taucht er in die Geschichten ein, die ihn umgeben. Ohne sie jedoch fotografisch auszunutzen. Seine Bilder sind das Ergebnis einer Kommunikation, eines Kennenlernens, eines Erlebens, eines Gebens und Nehmens.

Daumen hoch dafür! Das ist für mich Street Photography. Die profanen Hüftschüsse der Hobby-Paparazzi sind allenfalls juristisch interessant.

Street Photography vs. Stalking

27 Jun 2011 In: Street Photography

Schon vor ein paar Tagen gab es beim Martin eine interessante Diskussion zum Thema Street Photography. Martin macht seine Fotos auf der Straße, ohne die Fotografieren vorher oder nachher zu fragen.

Wenn ich durch die Kommentare blättere, habe ich das Gefühl, dass etwa die Hälfte der Kommentatoren das toll findet und die andere Hälfte doof.

Meine Meinung: Wer spontane Fotos will, muss erst knipsen und dann fragen. Das ist zwar nicht legal, aber m.E. ethisch vertretbar. Wer zu feige zum Fragen ist, sollte die Fotos nicht veröffentlichen. Ich halte nichts davon, Menschen ungefragt in das Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Mit dem Fragen habe ich bislang nur gute Erfahrungen gesammelt. In aller Regel bekommt man dann zum Foto auch noch eine Geschichte. Und wer sich wirklich für Menschen interessiert, wird dabei viel Spaß haben. Wer sich nicht für Menschen interessiert, ist der Street Photography irgendwie falsch 😉

Heute hat Martin dann noch ein Video gepostet, das Thomas Leuthard bei der Arbeit zeigt. Sorry, aber wenn man das einem „normalen“ Menschen zeigt, der mit dieser Art der Fotografie nichts am Hut hat, wird man nur Kopfschütteln ernten. Und das gibt es von mir auch:

Ich empfinde diese Vorgehensweise als äußerst unangenehm. Die Szenen gleichen für mich eher einer Jagd als einer fotografischen Auseinandersetzung mit einem Menschen.